Foto: Für delinquente Jugendliche sind
Erziehungscamps geplant.
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In Nordrhein-Westfalen
solle nach dem Willen der Landesregierung in
Kürze ein erstes Erziehungscamp für jugendliche
Straftäter eingerichtet werden. Das Heim werde
voraussichtlich im März 20 bis 25 jugendliche
Intensivtäter im Alter zwischen 14 und 18 Jahren
aufnehmen. Mit dieser Klarstellung beendet
NRW-Familienminister Armin Laschet (CDU) ein
tagelanges Verwirrspiel in der Landesregierung
um Erziehungscamps. Landesjustizministerin
Roswitha Müller-Piepenkötter (CDU) begrüßte es,
dass sich nun auch Bundesjustizministerin
Brigitte Zypries (SPD) „grundsätzlich für
pädagogisch sinnvolle Erziehungscamps für
kriminelle Jugendliche ausgesprochen hat“.
Die Erziehungsanstalt werde
als erstes geschlossenes Heim für jugendliche
Straftäter eingerichtet, Ein spezieller
Schwerpunkt solle auf „jugendliche
Intensivtäter“ gelegt werden, die durch „harte
Gewaltdelikte auffällig geworden sind, und
zunächst einmal aus dem Verkehr gezogen werden
sollen“, sagte Familienminister Armin Laschet.
Ein spezieller Schwerpunkt solle auf Erziehung,
Bildung und Ausbildung liegen. Auch werde es
einen geregelten Tagesablauf gegen. „Insofern
werden die Jugendlichen auch mit Druck-Regeln
und Grenzen erfahren, so Armin Laschet. Er
unterstreicht, dass er ein Erziehungslager nach
dem amerikanischen Vorbild, den so genannten
Boot-Camps entschieden ablehne – weil „dort
junge Menschen gedemütigt werden“.
Nach Ansicht von Roswitha
Müller-Piepenkötter ersetzen solche
Einrichtungen einen erzieherisch gestalteten
Jugendstrafvollzug zwar nicht. „Sie können ihn
aber wirkungsvoll ergänzen und straffällig
gewordene Jugendliche, die vielleicht von ihrem
Umfeld bereits abgeschrieben worden sind, doch
noch auf den rechten Weg zurückführen“, sagte
die Ministerin. „Jugendliche Straftäter brauchen
neben klaren, eindeutigen und gegebenenfalls
harten Strafmaßnahmen Hilfe und Unterstützung,
um ein Leben nach klaren Regeln und in
strukturierten Tagesabläufen zu erlernen“, so
die Ministerin weiter.
Da es sich bei
Erziehungscamps um Einrichtungen der Jugendhilfe
handele, könne die Justiz solche Projekte nur
anregen und die Diskussion befördern, aber
nicht selbst schaffen. „Es gilt, gemeinsam mit
den Rechtspolitikern und den Jugendpolitikern
des Landes einen Träger und einen geeigneten
Standort zu finden“, erklärte die Ministerin.
Sie werde die begonnene Diskussion mit den
Fachpolitikern über die praktische Umsetzung der
Pläne für Erziehungscamps zügig vorantreiben.
Der CDU-Bundesvorstand hat
sich für strengere Jugendstrafen und
Erziehungscamps ausgesprochen und die SPD zu
Verhandlungen darüber aufgefordert. Die ist zwar
prinzipiell gesprächsbereit - Gesetzesänderungen
lehnt sie aber ab. Die CDU verlangte in der am
Samstag auf der Vorstandsklausur beschlossenen
"Wiesbadener Erklärung" unter anderem einen
Warnschussarrest, maximal 15 statt zehn Jahre
Jugendstrafe bei schwersten Verbrechen und eine
schnellere Abschiebung von Ausländern. Sie
sollen bei einer Haftstrafe von mindestens einem
Jahr ohne Bewährung zwingend ausgewiesen werden
können. Außerdem fordert die Partei
Erziehungscamps für jugendliche Gewalttäter.
Junge Straftäter sollten nicht erst nach einer
langen kriminellen Laufbahn, sondern frühzeitig
"ein Leben mit fester Struktur und Respekt vor
anderen" lernen, heißt es zur Begründung. Dies
könne in Erziehungscamps mit therapeutischem
Gesamtkonzept geschehen.
„Die SPD ist
selbstverständlich bereit, zwischen Bund und
Ländern gemeinsam zu beraten, wie wir für eine
bessere Umsetzung der bestehenden Gesetze sorgen
können“, sagte Beck dem Nachrichtenmagazin
Spiegel. „Das ist sinnvoller, als jetzt
Schnellschüsse aus Motiven zu produzieren, die
allein dem Wahlkampf geschuldet sind, so Beck im
Interview. „Wer gegen Recht und Gesetz verstoße,
müsse die Konsequenzen spüren - da reichen
die jetzigen Mittel aber voll aus“, sagte der
SPD-Chef.
Von
Dennis Küchmeister